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VHS Höxter

DIE LINKE HÖXTER, Jörg Volacek

Zukunftswerkstatt Integration gut gelaufen!

Basisdemokratie und Effizienz pur, doch die sozialpolitische Agenda ist lang ...

Es ist nicht gerade wenig, was von Ihnen verlangt wird, und nach dem von "Welcome e. V." in der VHS Höxter veranstalteten offenen Diskussionsforum am Samstag sieht es erst Recht nicht danach aus, als wollte Höxter auf die ehrenamtliche Sozialarbeit des Vereins in Zukunft verzichten. Vielen Beteiligten in den Arbeitsgruppen der "Zukunftswerkstatt Integration" genannten Veranstaltung kam es gar nicht in den Sinn, faire Bezahlung für gute soziale Arbeit zu verlangen. Zu sehr verlässt sich die Gesellschaft inzwischen auf den Einsatz freiwilliger Helferinnen und Helfer bei der Bewältigung öffentlicher Aufgaben wie der Integration Geflüchteter, und dementsprechend präsentierten selbst die Gäste dieses Kongresses - darunter viele ehrenamtlich Tätige - eine lange Liste weiterer Vorhaben für die Flüchtlingsinitiativen.

Doch alles können sie nicht, die ehrenamtlichen "Welcomer". "Ich habe keinen Bagger", brachte es Jörg Volacek von den LINKEN auf den Punkt, als er die öffentliche Hand in die Pflicht nahm. Die desolate Wohnsituation vieler Menschen in Höxter war ein häufig wiederholtes Problem an diesem Tag. Nur die öffentliche Hand kann bezahlbaren Wohnraum schaffen, denn private Investoren tun es trotz großer Nachfrage nicht, und Ehrenamtliche können es nicht. Der zweite Bereich kompletten Marktversagens ist die Versorgung des Höxteraner Umlandes mit preiswerten Buslinien - Stichwort Sozialticket - die abends und am Wochenende fahren. Auch die mangelhafte Betreuung für Klein- und Schulkinder kann nur durch öffentliche Investitionen verbessert werden. Ehrenamtlich ist ihr ebenfalls nicht beizukommen.

Die Rückbesinnung des Staates auf seine sozialen Aufgaben duldet keinen Aufschub und muss lautstark eingefordert werden, sollen sich nicht immer größere Gruppen am Rand unserer Gesellschaft im Wohnheim oder gar auf der Parkbank wiederfinden. Was muss passieren, bis sich auch in Höxter Protest vernehmbar artikuliert? Vielleicht ist nun der Anfang gemacht. Welcome e. V. sowie die Flüchtlingsinitiativen Ovenhausen und Stahle präsentierten jedenfalls ein beeindruckendes Beispiel effizienter Basisdemokratie, das Schule machen sollte und hoffentlich Folgen hat ...